quellensteuer frankreich featured

Französische Quellensteuer zurückholen 2026: Vorabbefreiung & Erstattung

Zuletzt aktualisiert am 26.09.2026

Kurz gesagt: Für natürliche Personen mit steuerlichem Wohnsitz außerhalb Frankreichs gilt bei gewöhnlichen französischen Dividenden grundsätzlich 12,8 % Quellensteuer nach französischem Recht. Das DBA mit Deutschland setzt eine Obergrenze von 15 %. In der Depotpraxis können zunächst 25 % abgezogen werden. Vorabreduzierung oder Erstattung hängen von Nachweisen und Bankservice ab. Die Angebote von comdirect, S Broker, DKB und Trade Republic sind deshalb nicht gleichzusetzen: Hier stehen die belegten Leistungen und offenen Fragen. Ergänzend: unsere Quellensteuer-Matrix mit Länder-Vergleich.

Fachlich geprüft: 26. September 2026. Dieser Artikel beschreibt gewöhnliche Aktien im Privatvermögen in Deutschland steuerlich ansässiger, nutzungsberechtigter Anleger. Sonderfälle wie Gesellschaften, Fonds und Immobilienvehikel sind davon zu unterscheiden.

Das Wichtigste in 30 Sekunden:
12,8 % ist der französische Inlandssatz für natürliche Nichtansässige, 15 % die DBA-Obergrenze für gewöhnliche Portfoliodividenden. Bei 25 % Abzug beträgt die mögliche Entlastung auf 12,8 % insgesamt 12,2 Prozentpunkte.
Formular 5000 dient dem Ansässigkeitsnachweis; bei der Erstattung kommt 5001 hinzu. Bankgebühren, Annahmefristen und der passende Antragsweg gehören vorab geklärt. Für die vollständige Entlastung auf 12,8 % solltest du die Zweijahresfrist und den Bankvorlauf beachten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Grundlagen: 12,8 %, 15 % und 25 %
  2. Rechenbeispiel: Was bleibt netto?
  3. Vorabreduzierung auf 12,8 %
  4. Die Rückforderung: Form 5000-DE + 5001-DE
  5. Die Rolle der Depotbanken
  6. Finanztransaktionssteuer (FTT)
  7. Sonderfall: Sparerpauschbetrag
  8. Ländervergleich
  9. ETFs mit französischen Aktien
  10. Zinsen und Kursgewinne
  11. Ausblick: EU FASTER-Richtlinie
  12. Französische Aktien: Dividenden für 2025
  13. Checkliste: Dein Rückforderungs-Fahrplan
  14. FAQ: Häufige Fragen

1. Die Grundlagen: 12,8 %, 15 % und 25 % 🇫🇷

DetailEinordnung
Natürliche NichtansässigeGrundsätzlich 12,8 % auf gewöhnliche Dividenden seit 2018.
Andere Empfänger / fehlende IdentifizierungDer reguläre Körperschaftssatz beträgt 25 %. Fehlt in der Zahlkette der Nachweis des tatsächlichen natürlichen Empfängers, kann zunächst dieser höhere Satz angewandt werden. Sonderregeln bleiben möglich.
DBA Deutschland–FrankreichHöchstens 15 % im hier beschriebenen Privatfall; das erhöht den niedrigeren französischen Inlandssatz nicht.
Anrechnung in DeutschlandBis zu 12,8 % bei ausreichender deutscher Steuer. Ein bestehender Erstattungsanspruch ist vorher abzuziehen.
Bei korrekten 12,8 %Keine zusätzliche Entlastung allein aus der DBA-Grenze von 15 %.
Bei zunächst 25 %Mögliche Erstattung auf 12,8 %: 12,2 Prozentpunkte, vor Kosten.
VorabreduzierungMit geeigneten Nachweisen und einer teilnehmenden Bank-/Verwahrkette möglich; keine automatische Leistung jeder Depotbank.

Belege: CGI Artikel 187, CGI Artikel 219 zum Körperschaftssatz, DGFiP: Dividenden für Nichtansässige, Satz 2026, DBA Artikel 9 Abs. 2 und BOFiP zur Identifizierung des wirtschaftlichen Empfängers. Die ältere BOFiP-Fassung enthält historische Körperschaftssätze; für den heutigen Bankabzug nennen ING und Consors ausdrücklich 25 %. Ein alter 30-%-Abzug muss nach Zahlungsjahr und Abrechnung geprüft werden.

Entlastung ist keine Steuerfreiheit: Der Begriff „Vorabbefreiung“ bezeichnet hier die Reduzierung auf den zutreffenden Satz. Auch bei 12,8 % können in Deutschland zusätzliche Steuern entstehen.

2. Rechenbeispiel: Was bleibt netto?

1.000 € Bruttodividende, etwa von TotalEnergies. Annahmen: Sparerpauschbetrag ausgeschöpft, keine Verlustverrechnung oder Kirchensteuer, 128 € vollständig anrechenbar, keine Gebühren oder Währungseffekte. Der Solidaritätszuschlag wird auf die deutsche Steuer nach Anrechnung berechnet.

Szenario 1: 12,8 % französischer Einbehalt

SchrittBetrag
Bruttodividende1.000,00 €
Französische Quellensteuer− 128,00 €
Deutsche Steuer vor Anrechnung: 25 %250,00 €
Abzüglich anrechenbarer Quellensteuer− 128,00 €
Verbleibende deutsche Steuer− 122,00 €
Soli: 5,5 % von 122 €− 6,71 €
Netto743,29 €
Gesamtbelastung256,71 € / 25,671 %

Szenario 2: Zunächst 25 % einbehalten

SchrittBetrag
Bruttodividende1.000,00 €
Französische Quellensteuer− 250,00 €
Verbleibende deutsche Steuer nach 128 € Anrechnung− 122,00 €
Solidaritätszuschlag− 6,71 €
Netto vor Erstattung621,29 €
Mögliche Erstattung: 12,2 % von 1.000 €+ 122,00 €
Nach erfolgreicher vollständiger Erstattung743,29 € vor Erstattungsgebühren

Eigene Berechnung auf Grundlage von § 32d Abs. 1 und 5 EStG und § 3 SolzG. Gebühren können den Erstattungsbetrag aufzehren; das zeigt der Kostenvergleich.


3. Vorabreduzierung auf 12,8 %

Eine Entlastung bei Auszahlung kann den späteren Erstattungsantrag vermeiden. Dafür muss deine Bank den französischen Weg anbieten und die Unterlagen rechtzeitig annehmen:

  1. Aktuelle Formularseite der DGFiP öffnen und 5000-DE herunterladen. Das Paket enthält auch die französische Ausfertigung.
  2. Empfängerangaben und Erklärung ausfüllen; die steuerliche Ansässigkeit vom deutschen Finanzamt bestätigen lassen. Die Bankvorgaben zum Verfahren beachten.
  3. Die erforderlichen Ausfertigungen bei der Depotbank einreichen. Sie muss die Nachweise über die Zahl- und Verwahrkette weitergeben.
  4. Annahme, erfassten Steuersatz und Gültigkeitsende von der Bank bestätigen lassen; anschließend die Dividendenabrechnung kontrollieren.
DetailEinordnung
GültigkeitClearstream nennt im CEU-Legacy-Verfahren für ausländische natürliche Personen drei Jahre. Das ist keine Zusage für jede Bank oder jeden Erstattungsantrag.
KostenPreis und Einheit hängen vom Bankangebot ab; siehe nächste Broker-Tabelle.
FristDie DGFiP verlangt den Eingang vor Auszahlung. Deine Bank setzt eine eigene, regelmäßig frühere Annahmefrist.
Ergebnis12,8 % bei erfüllten Voraussetzungen und erfolgreicher Verarbeitung.

Die DGFiP-Erläuterung beschreibt das vereinfachte Verfahren. Clearstream, Fassung 11.03.2026 verlangt in diesem konkreten Verwahrweg die Unterlagen spätestens am Geschäftstag vor dem Record Date um 09:00 Uhr CET. Diese Frist gilt für Clearstream-Kunden, nicht als Einreichfrist für dich bei deiner Depotbank.

Rechtzeitig heißt: vor der Bankfrist. „Vier bis sechs Wochen vor dem Ex-Tag“ ist keine allgemeine Behördenregel. Auch ein eingereichtes Formular garantiert noch keinen reduzierten Abzug bei der nächsten Zahlung.

4. Die Rückforderung: Form 5000-DE + 5001-DE

Wurden 25 % statt 12,8 % abgezogen, kommen bei erfüllten Voraussetzungen 12,2 Prozentpunkte für die Erstattung infrage. Das normale Verfahren verbindet Ansässigkeitsnachweis und Angaben zur konkreten Dividende:

FormularZweck
5000-DEAnsässigkeit und Erklärung des Empfängers; bestätigte französische Ausfertigung für den Antragsweg.
5001-DEBerechnung der Erstattung und Dividendendaten; die Bestätigungen der beteiligten Zahlstelle gehören zum Verfahren.
DetailEinordnung
Frist für 12,8 % nach französischem RechtBis Ende des zweiten Kalenderjahres nach dem Zahlungsjahr. Für eine Zahlung 2024: 31.12.2026. Bankvorlauf zusätzlich einplanen.
DBA-ErstattungsfristArtikel 25 b Abs. 2 nennt vier Folgejahre: für 2024 also 31.12.2028. Dieser DBA-Weg betrifft die Entlastung auf den Abkommenssatz; daraus folgt keine vierjährige Zusage für die vollständige Senkung auf 12,8 %.
BearbeitungsdauerClearstream schätzt im beschriebenen CEU-Verfahren sechs Monate bis zwei Jahre und garantiert diese Zeitspanne ausdrücklich nicht.
BankkostenNach Bank und Zahl der Zahlungen; aktuelle Beispiele im folgenden Abschnitt.

Quellen: DBA Artikel 25 b und Clearstream: Standarderstattung, getrennte Fristen für Inlandssatz und DBA-Satz. Im CEU-Verfahren müssen Unterlagen regulär bereits zwei Monate vor der gesetzlichen Frist bei Clearstream sein. Deine Bank kann noch früher schließen. Bei älteren Zahlungen lass den verbleibenden Anspruch und den Annahmeschluss ausdrücklich prüfen.

Nachweiskette vor dem Versand klären: Die DGFiP-Erläuterung sieht die Beteiligung der französischen oder ausländischen Zahlstelle vor. ING und Consors verlangen die Einreichung über die eigene Bank. Dividendenabrechnung, bestätigtes Formular und die erforderlichen Zahlstellenangaben müssen zusammenpassen. Ein formloser Brief ersetzt das nicht.

Zuständige französische Stelle

PRRAS – RCM
10, rue du Centre
TSA 30012
93160 NOISY LE GRAND Cedex
Frankreich
Die Anschrift steht in der DGFiP-Erläuterung für Dividenden und Zinsen. Sie ersetzt keine Abstimmung darüber, wer den vollständigen Antrag übermittelt.

5. Die Rolle der Depotbanken

Quellenstand: 26.09.2026. Ein allgemeiner Tarif belegt noch keine Annahme französischer Anträge. „Nicht verifiziert“ bedeutet eine offene Frage, kein bestätigtes Nein. Die Kosten sind mit der vorhandenen Broker-Quellensteuer-Matrix abgeglichen; deren übrige Länderzellen sind damit nicht neu geprüft.

BankVorabentlastungKosten vorabErstattungKosten Erstattung
DKBLänderannahme nicht verifiziertAllgemeiner Tarif: 30 € EinrichtungLaut Depot-PLV nicht Bestandteil des LeistungsumfangsKein belegter Servicepreis
comdirectLänderannahme nicht verifiziertAllgemeiner Tarif: 5 € + USt. je Zahlung, zzgl. fremder SpesenFrankreich-Annahme nicht verifiziertAllgemeiner Tarif: 20 € + USt. je Zahlung, zzgl. fremder Spesen
ConsorsbankKein Frankreich-Angebot auf der geprüften Steuerseite bestätigtOffenJa; Bank füllt 5001 aus94,92 € je Dividende
INGNein, laut Frankreich-FAQ–Ja, über ING50 € je Antrag + 74,97 € je Zahlung
Trade RepublicNicht aktuell primärverifiziertOffenNicht aktuell primärverifiziertOffen
Scalable CapitalNein, laut aktueller FAQ für Länder außer USA–Nicht aktuell primärverifiziertOffen
S BrokerJa, Frankreich-Dividenden ausdrücklich genanntFAQ: Preis auf Anfrage; allgemeiner PLV-Tarif 20 € je VorgangJa, Frankreich ausdrücklich genanntKonkretes Angebot erfragen

Tarifstände: DKB 15.09.2026, comdirect 07/2026, S Broker 01.07.2026. Bei 19 % Umsatzsteuer entsprechen die comdirect-Eigengebühren 5,95 € beziehungsweise 23,80 €; Fremdspesen kommen hinzu. Eine Erneuerung ist beim S Broker laut FAQ ein neuer Antrag. Bestätige vor Beauftragung Umfang und Gesamtkosten für dein Depot.

Die Preiseinheit macht den Unterschied: Einrichtung, Antrag und einzelne Dividendenzahlung sind drei verschiedene Kostenpositionen. Ein pauschaler Preis „für drei Jahre“ lässt sich daraus nicht ableiten.

Kosten-Nutzen-Beispiele bei 25 % Einbehalt

RechnungING: ein Antrag, eine ZahlungConsors: eine Zahlung
Möglicher Erstattungsanteil12,2 % der Bruttodividende12,2 % der Bruttodividende
Veröffentlichte Kosten50 € + 74,97 € = 124,97 €94,92 €
Rechnerische KostendeckungRund 1.024,35 € bruttoRund 778,04 € brutto
Bei 1.000 € brutto122 € Erstattung − 124,97 € Kosten = −2,97 €122 € Erstattung − 94,92 € Kosten = +27,08 €
Bei mehreren Zahlungen50 € je Antrag + 74,97 € × Zahlungen94,92 € × Zahlungen

Eigene Rechnung: veröffentlichte Kosten geteilt durch 0,122; Schwellen auf den nächsten Cent aufgerundet. Angenommen sind erfolgreiche vollständige Erstattung und keine weiteren Kosten. Bei ING braucht jedes Kalenderjahr eigene Unterlagen. Die Beispiele sind keine Empfehlung für einen Depotwechsel.


6. Finanztransaktionssteuer (FTT)

Zusätzliche Steuer beim Aktienkauf: Der französische FTT-Satz beträgt seit 01.04.2025 0,4 %. Er betrifft bestimmte entgeltliche Erwerbe börsengehandelter Kapitaltitel von Unternehmen mit Sitz in Frankreich und mehr als 1 Mrd. € Börsenwert am 1. Dezember des Vorjahres. Ob dein konkreter Kauf betroffen ist, hängt vom Titel, dem jeweiligen Jahr und den gesetzlichen Ausnahmen ab.

Belege: BOFiP zum Satz, 28.05.2025 und BOFiP zum Anwendungsbereich, insbesondere Rn. 1 und 25. Die Steuer auf den Erwerb ist von der Quellensteuer auf Dividenden zu unterscheiden. Bei einem steuerpflichtigen Aktienkauf in Höhe von 5.000 € ergeben sich 20 € FTT, zusätzlich zu sonstigen Kaufkosten.


7. Sonderfall: Sparerpauschbetrag

  • Deckt ein noch verfügbarer Sparerpauschbetrag die Dividende vollständig ab, entsteht darauf keine deutsche Steuer. Die französischen 12,8 % bleiben grundsätzlich belastend.
  • Ist der Pauschbetrag bereits ausgeschöpft, gelten die Annahmen des obigen Rechenbeispiels; auch Verlustverrechnung kann die Anrechnung begrenzen.
  • Die Anlage KAP kann zur Prüfung der deutschen Besteuerung dienen. Sie ersetzt keinen Erstattungsantrag in Frankreich und macht erstattbare französische Steuer nicht zusätzlich anrechenbar.

Grundlage der begrenzten Anrechnung: § 32d Abs. 5 EStG.


8. Ländervergleich

Orientierung für gewöhnliche Portfoliodividenden deutscher Privatanleger. Die DBA-Grenze ist keine garantierte deutsche Anrechnung. Die mögliche Differenz bezieht sich auf den angegebenen Ausgangsabzug; Sonderfälle, Nachweise, Gebühren und Fristen bleiben gesondert zu prüfen.

LandNationaler AusgangssatzDBA-Obergrenze im PrivatfallMögliche EntlastungHinweis
Großbritannien0 %15 %, praktisch durch 0 % unterbotenKeine bei 0 %Gewöhnliche Dividenden; REIT-Immobilienausschüttungen sind ein Sonderfall.
Frankreich12,8 %; in der Bankpraxis ggf. 25 %15 %Bei 25 % bis 12,8 %: 12,2 PunkteVorabverfahren abhängig von Bank und Kette.
USAGrundsätzlich 30 %15 %15 Punkte, wenn zunächst 30 %15 % können bei wirksamem Status-/DBA-Nachweis bereits vorab gelten.
Niederlande15 %15 %Keine zusätzliche DBA-DifferenzKeine allgemeine Erstattung auf null im beschriebenen Fall.
Spanien19 %15 %4 PunkteBankweg und Nachweise prüfen.
Norwegen25 %15 %10 Punkte nach DBA; ggf. mehr nach nationalem RechtVorabentlastung möglich. Abschirmungsfreibetrag kann Anspruch und deutsche Anrechnung verändern.
Österreich27,5 %15 %12,5 PunkteBankweg und Nachweise prüfen.
Schweden30 %15 %15 PunkteDirektentlastung ist möglich; kein pauschales „Nein“.
BelgienRegulär 30 %15 %15 PunkteSpezielle niedrigere nationale Sätze sind möglich.
Schweiz35 %15 %20 PunkteErstattung mit den Schweizer Nachweisen.

DBA-Vergleichsbasis: BZSt-Tabelle, Stand 01.01.2024; nationale Sätze bei der Prüfung am 26.09.2026 mit Behördenquellen abgeglichen. Skatteetaten bestätigt die norwegische Vorabentlastung und Skatteverket die schwedische Direktentlastung. Für Norwegen weist die BZSt-Tabelle wegen möglicher weiterer Erstattungen keine pauschale 15-%-Anrechnung aus. Frankreichs niedrigerer Inlandssatz begründet keine Rangliste der insgesamt günstigsten Anlagen.


9. ETFs mit französischen Aktien

  • Ein ETF mit französischen Aktien ist steuerlich nicht mit dem direkten Halten dieser Aktien gleichzusetzen. Fondsdomizil, Fondsstatus und Anlageform beeinflussen die Behandlung auf Fondsebene.
  • Die deutsche Teilfreistellung beträgt für private Anleger bei qualifizierenden Aktienfonds grundsätzlich 30 % der Erträge (§ 20 Abs. 1 InvStG). Sie ist keine Erstattung von 30 % der französischen Quellensteuer.
  • Ob Einzelaktien oder ein ETF nach Kosten und Steuern günstiger sind, lässt sich nicht allein aus dem französischen Satz ableiten.
  • Der Kauf von ETF-Anteilen liegt nach BOFiP Rn. 25 außerhalb dieser französischen FTT. Die physische Replikation ändert das nicht. Käufe französischer Aktien durch den Fonds sind eine andere Ebene.

Quellen: §§ 2 und 20 InvStG und BOFiP zum FTT-Anwendungsbereich. Undatierte Indexgewichte und Produktrenditen sind keine Grundlage für die Steuerentscheidung.


10. Zinsen und Kursgewinne

EinkunftsartFranzösische Behandlung im beschriebenen PrivatfallDBA-Einordnung
Gewöhnliche DividendenGrundsätzlich 12,8 %; möglicher höherer Bankabzug siehe obenArtikel 9: höchstens 15 %
Gewöhnliche ZinsenIm gewöhnlichen deutschen Ansässigkeitsfall keine französische QuellensteuerArtikel 10: Besteuerung im Ansässigkeitsstaat; Betriebsstättenausnahme
Gewinne aus gewöhnlichen AktienverkäufenIm üblichen Portfoliofall keine französische Besteuerung nach dem DBAArtikel 7 Abs. 5; insbesondere Immobilien- und Wegzugsfälle gesondert prüfen

Quelle: DBA Artikel 7, 9 und 10. Eine pauschale Aussage „Frankreich besteuert niemals Zinsen oder Kursgewinne“ wäre zu weit. Auch eine fehlende französische Steuer bedeutet keine Steuerfreiheit in Deutschland.


11. Ausblick: EU FASTER-Richtlinie ⏩

  • Die Richtlinie (EU) 2025/50 ist grundsätzlich ab 1. Januar 2030 anzuwenden.
  • Sie sieht unter ihren Voraussetzungen Entlastung bei Auszahlung und/oder eine schnelle Erstattung vor.
  • Beim Quick Refund läuft die 60-Kalendertage-Frist grundsätzlich nach Ende der Antragsfrist, nicht ab der Dividendenzahlung. Ausschlussgründe und Nachprüfungen sind möglich.
  • Daraus folgt keine heutige Servicezusage deiner Bank und keine garantierte Bearbeitungsdauer für deinen Frankreich-Antrag.

Quelle: finale FASTER-Richtlinie, insbesondere Artikel 11, 14 und 25. Ausführlicher: unser FASTER-Ratgeber.


12. Französische Aktien: Dividenden für 2025

Die folgenden sechs Beispiele zeigen Dividenden aus unterschiedlichen Branchen. Die Beträge beziehen sich einheitlich auf das Geschäftsjahr 2025, nicht auf eine garantierte künftige Ausschüttung oder eine aktuelle Dividendenrendite:

UnternehmenBrancheDividende je Aktie für 2025Zahlung / EinordnungOriginalquelle
BNP ParibasBank5,16 €2,59 € am 30.09.2025 und 2,57 € am 20.05.2026Investor Relations, Fußnote 7
AXAVersicherung2,32 €Zahlung am 13.05.2026HV-Beschluss 2026
TotalEnergiesEnergie3,40 €Vier Teilzahlungen zu 0,85 €; letzte am 02.07.2026 für Euronext-AktienDividendenhistorie 2025
SanofiPharma4,12 €Zahlung am 07.05.2026 für gewöhnliche AktienDividendenmitteilung 2026
Air LiquideIndustriegase3,70 €Zahlung am 20.05.2026, ohne TreuebonusHV-Beschluss 05.05.2026
LVMHLuxusgüter13,00 €5,50 € am 04.12.2025 und 7,50 € am 30.04.2026Mitteilung 23.04.2026

Originalquellen gelesen am 26.09.2026. Termine und Beträge für ADRs oder andere Notierungsformen können abweichen. Ohne gemeinsamen aktuellen Kursstichtag wird keine Renditevergleichszahl ausgewiesen.

Dividendengeschichte ist keine Garantie: Sanofi bestätigt 2026 die 31. jährliche Erhöhung in Folge. Daraus wird noch kein „Dividendenkönig“ mit mindestens 50 Erhöhungsjahren. Eine lange Dividendengeschichte garantiert weder künftige Zahlungen noch ein passendes Quellensteuerangebot deiner Bank.

13. Checkliste: Dein Rückforderungs-Fahrplan

Option A: Vorabreduzierung

  1. Frankreich-Service, Kosten je Vorgang und Annahmefrist bei der Bank klären.
  2. Aktuelles Formular 5000 mit Ansässigkeitsbestätigung nach Bankvorgaben einreichen.
  3. Bestätigung von Gültigkeit und Erfassung abwarten; Dividendenabrechnung kontrollieren.
  4. Erneuerung rechtzeitig veranlassen; eine angenommene Dreijahresgültigkeit nicht auf andere Verfahren übertragen.

Option B: Nachträgliche Erstattung

  1. Abzug und Erstattungsanteil anhand der konkreten Zahlung prüfen: bei 25 % auf 12,8 % sind es 12,2 Prozentpunkte.
  2. Formulare 5000/5001, Abrechnung und Zahlstellenbestätigung mit der Bank abstimmen; gegebenenfalls füllt die Bank 5001 aus.
  3. Gebühren für Antrag und jede Zahlung gegen die mögliche Erstattung rechnen.
  4. Für vollständige Entlastung auf den Inlandssatz die Zweijahresfrist beachten. Den Vierjahres-DBA-Weg nicht ungeprüft dafür verwenden.
  5. Vollständige Unterlagen vor dem Annahmeschluss über den vereinbarten Weg einreichen und Kopien behalten.
  6. Bearbeitungsstand bei der einreichenden Stelle verfolgen; eine pauschale Fristgarantie besteht nicht.

14. FAQ: Häufige Fragen zur französischen Quellensteuer

Wie hoch ist die französische Quellensteuer wirklich?

Für gewöhnliche Dividenden an natürliche Nichtansässige grundsätzlich 12,8 % nach französischem Recht. Das DBA Deutschland–Frankreich begrenzt den Satz auf 15 %. ING und Consors beschreiben für ihre Abwicklung zunächst 25 % Abzug.

Warum zieht meine Bank zunächst 25 % ab?

Für den niedrigeren Satz muss der tatsächliche natürliche Empfänger in der Zahlkette nachgewiesen sein. Ein höherer Erstabzug kann deshalb trotz bestehendem Entlastungsanspruch vorkommen. Der Bankabzug ersetzt keine Prüfung des rechtlich zutreffenden Satzes.

Was ist die Vorabreduzierung und wie funktioniert sie?

Die erforderlichen Nachweise werden vor Auszahlung über eine teilnehmende Bank eingereicht. Formular 5000 ist dabei zentral. Ob und wie lange die Entlastung gilt, muss die Bank bestätigen; ein eingereichtes Formular allein garantiert keinen bestimmten Auszahlungssatz.

Was kostet die Vorabreduzierung?

Das hängt von Bank und Preiseinheit ab. Ein allgemeiner Tarif belegt keine Frankreich-Annahme. Die Broker-Tabelle trennt verifizierte Angebote, allgemeine Preise und offene Fragen. Eine einheitliche Einmalgebühr für drei Jahre gibt es nicht.

Wie lange dauert die Rückforderung?

Eine garantierte Dauer ist nicht belegt. Die oben verlinkte Clearstream-Beschreibung für CEU nennt sechs Monate bis zwei Jahre als unverbindliche Schätzung; das ist keine Zusage für deinen konkreten Bankweg.

Lohnt sich die Rückforderung bei kleinen Beträgen?

Vergleiche die mögliche Erstattung mit allen Gebühren. Bei einer ING-Zahlung und einem Antrag stehen 124,97 € Kosten einer möglichen Entlastung von 12,2 % gegenüber. Kostendeckung liegt rechnerisch bei rund 1.024,35 € Bruttodividende; die Annahmen stehen im Kostenvergleich.

Gibt es eine Frist für die Rückforderung?

Für die Entlastung auf den französischen Inlandssatz gelten zwei Folgejahre. Der deutsche DBA-Erstattungsweg hat vier Folgejahre, verspricht aber nicht die vollständige Senkung auf 12,8 %. Bankfristen liegen früher. Die Unterscheidung und das Beispiel für 2024 stehen im Fristenabschnitt.

Was ist die Finanztransaktionssteuer (FTT)?

Bei bestimmten Käufen großer französischer Aktiengesellschaften fallen seit 01.04.2025 0,4 % FTT an. Diese Erwerbsteuer ist etwas anderes als Dividendenquellensteuer. Der Kauf von ETF-Anteilen ist von dieser FTT nicht erfasst.

Welche Broker bieten die Vorabreduzierung an?

S Broker nennt Frankreich-Dividenden ausdrücklich. ING und Scalable beschreiben dafür kein Angebot. Die französische Vorabannahme bei DKB, comdirect und Consors sowie das aktuelle Angebot von Trade Republic sind in dieser Prüfung nicht eindeutig primärbelegt; sie werden deshalb nicht als zugesicherte Leistung dargestellt.

Fallen auf französische Zinsen Quellensteuern an?

Für gewöhnliche Zinsen im beschriebenen deutschen Ansässigkeitsfall weist Artikel 10 DBA das Besteuerungsrecht Deutschland zu. Betriebsstätten- und andere Sonderfälle sind davon getrennt zu prüfen.


Fazit: Satz, Nachweise und Kosten zusammen prüfen

  • 12,8 % Inlandssatz und 15 % DBA-Obergrenze auseinanderhalten.
  • Bei 25 % Erstabzug sind bis zu 12,2 Prozentpunkte entlastungsfähig; Kosten mindern den Vorteil.
  • Vorabreduzierung funktioniert nur über einen passenden Bank- und Verwahrweg.
  • Zwei Jahre für den Inlandssatz und vier Jahre für den DBA-Weg nicht verwechseln.
  • Deutsche Anrechnung, ETF-Behandlung und die FTT sind jeweils eigene Fragen.

Mit bestätigtem Status und einem passenden Bankangebot kann die Vorabreduzierung späteren Erstattungsaufwand vermeiden. Entscheidend sind das konkrete Angebot, die angenommenen Unterlagen und die Abrechnung. Die vorhandene Dividendenhöhe allein sagt nicht, welcher Weg sich nach Gebühren lohnt.


Haftungshinweis:
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Steuerberatung dar. Steuergesetze und Doppelbesteuerungsabkommen können sich ändern. Für individuelle steuerliche Fragen wende dich bitte an deinen Steuerberater oder dein Finanzamt.

Weitere Übersichtsquellen (konkrete Originalbelege stehen jeweils am Abschnitt): DGFiP – Form 5000/5001 | Bundeszentralamt für Steuern | DBA Deutschland–Frankreich | DSW – Quellensteuer Frankreich

Weiterführende Artikel

Warum zieht meine Bank zunächst 25 % ab?

Für den niedrigeren Satz muss der tatsächliche natürliche Empfänger in der Zahlkette nachgewiesen sein. Ein höherer Erstabzug kann deshalb trotz bestehendem Entlastungsanspruch vorkommen. Der Bankabzug ersetzt keine Prüfung des rechtlich zutreffenden Satzes.

Was ist die Vorabreduzierung und wie funktioniert sie?

Die erforderlichen Nachweise werden vor Auszahlung über eine teilnehmende Bank eingereicht. Formular 5000 ist dabei zentral. Ob und wie lange die Entlastung gilt, muss die Bank bestätigen; ein eingereichtes Formular allein garantiert keinen bestimmten Auszahlungssatz.

Was kostet die Vorabreduzierung?

Das hängt von Bank und Preiseinheit ab. Ein allgemeiner Tarif belegt keine Frankreich-Annahme. Die Broker-Tabelle trennt verifizierte Angebote, allgemeine Preise und offene Fragen. Eine einheitliche Einmalgebühr für drei Jahre gibt es nicht.

Wie lange dauert die Rückforderung?

Eine garantierte Dauer ist nicht belegt. Die oben verlinkte Clearstream-Beschreibung für CEU nennt sechs Monate bis zwei Jahre als unverbindliche Schätzung; das ist keine Zusage für deinen konkreten Bankweg.

👉 Lesetipp: Dividendenaristokraten Europa | Dividenden-Depot aufbauen

📚 Mehr lesen: Vorzugsaktien | 7 Steuer-Tricks

Wie hoch ist die Quellensteuer in Frankreich?

Für gewöhnliche Dividenden an natürliche Nichtansässige grundsätzlich 12,8 % nach französischem Recht. Das DBA Deutschland–Frankreich begrenzt den Satz auf 15 %. ING und Consors beschreiben für ihre Abwicklung zunächst 25 % Abzug.

Wie bekomme ich die französische Quellensteuer zurück?

Bei zu hohem Einbehalt über das abgestimmte Erstattungsverfahren mit Ansässigkeits- und Zahlungsnachweisen. Die Bankbeteiligung, Kosten und Frist unterscheiden sich vom Vorabverfahren. Bei 25 % Einbehalt beträgt die mögliche Entlastung auf 12,8 % insgesamt 12,2 Prozentpunkte.

Welche Formulare brauche ich für die französische Quellensteuer?

Formular 5000 für den Ansässigkeitsnachweis, bei der nachträglichen Erstattung zusätzlich 5001 für die Dividendendaten und Bestätigungen. Maßgeblich sind die aktuelle DGFiP-Fassung und die Anforderungen der einreichenden Bank.

Weiterführende Artikel

🔗 Mehr zum Thema Dividenden & Steuern: