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Insider Trades | Börseninsider | Insiderkäufe & Director Dealings

Zuletzt aktualisiert am 11.10.2026

Insider Trades heißen im Fachjargon Directors‘ Dealings. Gemeint sind Geschäfte von Vorständen, Aufsichtsräten und ihnen nahestehenden Personen mit Aktien oder anderen Finanzinstrumenten des eigenen Unternehmens. Solche Eigengeschäfte sind erlaubt, sie müssen aber gemeldet und veröffentlicht werden (Art. 19 MAR). Verboten ist etwas anderes: auf Grundlage einer Insiderinformation zu handeln, also einer nicht öffentlichen, kursrelevanten Information (Art. 14 MAR). Eine Meldung zeigt dir deshalb nur, dass jemand aus dem Unternehmen gekauft oder verkauft hat. Warum, steht nicht darin.

📊 Archiv 2021: Die Tabelle ist ein Archiv. Sie enthält 3.491 Meldungen aus der BaFin-Datenbank „Eigengeschäfte von Führungskräften“ mit Geschäftsdatum vom 04.01. bis 30.12.2021 und wird nicht mehr fortgeschrieben. Die Namen der meldepflichtigen Personen zeigen wir nicht.

Meldepflichtig waren 2021 Geschäfte ab 20.000 € pro Person und Kalenderjahr. Seit dem 01.01.2026 liegt die Schwelle bei 50.000 €. Kleinere Geschäfte erscheinen heute nicht mehr, deshalb lassen sich die Zahlen von 2021 nur eingeschränkt mit heutigen vergleichen.

Aktuelle Meldungen findest du direkt in der BaFin-Datenbank. Dort bleibt jede Meldung 12 Monate abrufbar.

Insidertrades

Unsere Auswertung: Was haben Insiderkäufe gebracht? 📊

Kurz gesagt: Ein Insiderkauf allein war 2021 und 2022 kein verlässliches Kaufsignal. Ob die gekauften Aktien den Markt schlugen, hing vor allem vom Jahr ab und davon, womit man vergleicht: 2021 lagen sie nach zwölf Monaten vor den Nebenwerten (SDAX), aber knapp hinter dem breiten Markt (CDAX). 2022 lagen sie hinter beiden.

Für diese Auswertung haben wir die Kurse nach jedem Kauf und Verkauf verfolgt: für 2021 aus der Tabelle oben, für 2022 aus unserem eigenen Archiv der BaFin-Meldungen. Gezählt wird ab dem ersten Handelstag nach der Veröffentlichung, also ab dem frühesten Zeitpunkt, zu dem du als Leser hättest handeln können. Wie wir gerechnet haben, steht in der Methodik.

Jahrgang 2021gegen
CDAX
gegen
SDAX
Fälle
Alle Insiderkäufe−1,9 (47 %)+4,6 (56 %)965
Käufe von
Aufsichtsräten
+2,8 (56 %)+11,3 (66 %)207
Käufe von
Vorständen
−7,9 (41 %)−1,9 (48 %)466
Mehrere Insider
binnen 30 Tagen
−3,9 (44 %)+3,0 (53 %)560
Käufe bei Aktien
mit DIVG-Profil
−3,5 (45 %)+4,2 (56 %)508
Alle Insiderverkäufe−4,9 (45 %)+2,6 (51 %)242
Abstand zum Index nach 12 Monaten in Prozentpunkten (Median), in Klammern der Anteil der Fälle, in denen die Aktie den Index geschlagen hat.
Jahrgang 2022gegen
CDAX
gegen
SDAX
Fälle
Alle Insiderkäufe−16,1 (29 %)−8,3 (37 %)1.001
Käufe von
Aufsichtsräten
−18,5 (29 %)−10,2 (38 %)190
Käufe von
Vorständen
−15,5 (31 %)−7,8 (38 %)489
Mehrere Insider
binnen 30 Tagen
−15,5 (28 %)−7,9 (35 %)536
Käufe bei Aktien
mit DIVG-Profil
−9,7 (37 %)−1,9 (46 %)520
Alle Insiderverkäufe−24,7 (14 %)−16,1 (27 %)143
Wie oben. Eigene Auswertung von dividenden.guru auf Basis der BaFin-Meldungen und dividendenbereinigter Schlusskurse, Stand 11.10.2026. Ein Fall ist ein Geschäftstag je Aktie und Richtung.

Was dabei auffällt

  • Kein Muster hält über beide Jahre. 2021 lagen Käufe von Aufsichtsräten deutlich vor denen von Vorständen. 2022 war es umgekehrt, und beide lagen klar hinter dem Markt. Eine Regel wie „Aufsichtsrat schlägt Vorstand“ lässt sich daraus nicht ableiten.
  • Mehrere Käufer sind kein Gütesiegel. Kauften zwei oder mehr Insider dieselbe Aktie binnen 30 Tagen, schnitt das nicht nennenswert besser ab als alle Käufe zusammen: 2021 sogar etwas schlechter, 2022 um weniger als einen Punkt besser.
  • Verkäufe waren 2022 ein deutliches Warnsignal, 2021 aber nicht: Damals lagen die verkauften Aktien gegenüber dem SDAX sogar leicht vorn.
  • Der Vergleichsmaßstab entscheidet mit. Viele Meldungen betreffen kleine Unternehmen. Der CDAX wird von großen Werten geprägt, der SDAX bildet Nebenwerte ab. Deshalb zeigen wir beide. Gegen den SDAX sehen die Zahlen jeweils freundlicher aus, an der Gesamtaussage ändert das nichts.

Einordnung: Das sind zwei Jahrgänge in sehr unterschiedlichem Umfeld: Die zwölf Monate nach den Käufen von 2021 fallen größtenteils ins schwache Börsenjahr 2022, in dem kleine Werte besonders stark verloren. Die Käufe von 2022 fallen in die Erholung 2023, die vor allem große Werte getragen haben. Kosten und Steuern sind nicht berücksichtigt. Die Auswertung zeigt, was in der Vergangenheit passiert ist. Sie ist keine Prognose und keine Kaufempfehlung. Wenn du Insidergeschäfte für deine Entscheidung nutzen willst, sind sie ein Hinweis unter vielen, kein Ersatz für die eigene Analyse.

Methodik der Auswertung

  • Daten: Meldungen aus der BaFin-Datenbank zu Eigengeschäften von Führungskräften (Directors‘ Dealings). 2021: 3.491 Meldungen mit Geschäftsdatum 04.01.–30.12.2021, wie in der Tabelle oben. 2022: unser Abruf der BaFin-Datenbank vom 18.12.2022 mit Geschäftsdatum 01.01.–15.12.2022. Die Meldeschwelle lag in beiden Jahren bei 20.000 € pro Jahr. Ausgewertet sind nur Käufe und Verkäufe von Aktien, keine Zuteilungen, Anleihen oder Derivate.
  • Fälle: Mehrere Meldungen zur selben Aktie am selben Tag in dieselbe Richtung zählen als ein Fall. 2021 sind das 1.543 Fälle, 2022 1.402.
  • Kurse: Schlusskurse eines Marktdatenanbieters, um Dividenden und Aktiensplits bereinigt. Aktien mit auffälligen Kursdaten (Kurs am Geschäftstag weit weg vom gemeldeten Preis) sind ausgeschlossen, 2021 waren es 17, 2022 14.
  • Zeitraum: vom ersten Handelstag nach dem Mitteilungsdatum 252 Handelstage weiter, das entspricht etwa einem Jahr. Delistete Aktien sind enthalten, soweit Kurse vorliegen.
  • Vergleich: CDAX (Performance-Index, breiter deutscher Markt) und SDAX (Nebenwerte) über dieselben Tage. Der Abstand ist die Rendite der Aktie minus die Rendite des Index.
  • Cluster-Kauf: mindestens zwei verschiedene meldepflichtige Personen kaufen dieselbe Aktie innerhalb von 30 Tagen.
  • Personen: Für die Auswertung zählen wir nur, wie viele verschiedene Personen gekauft haben. Namen veröffentlichen wir nicht.

Was gibt es für Gründe für Insiderverkäufe?

  • Es muss nicht immer ein schlechtes Omen für ein Unternehmen sein, wenn ein Insider verkauft. Manchmal hat es profane Gründe, wie etwas ein Hauskauf oder eine Scheidung.
  • Verlassen des Unternehmens und ein sauberer Schlussstrich.
  • Temporäre Überwertung monetarisieren (z.B. von den Reddit-Jüngern)

 

Was gibt es für Gründe für Insiderkäufe?

  • Dem Homo oeconomicus wird grundsätzlich eine Gewinnerzielungsabsicht unterstellt. Das heißt, dass der Insider die Unternehmensituation und Zukunft besser bewertet, als die Aktie momentan am Markt bewertet ist.
  • Ist das wirtschaftliche Argument nicht führend, kann auch der Ausbau des eigenen Stimmgewichts im Vordergrund stehen.
  • Gehaltskomponente in Form von Aktien.
  • Vertrauenssignal an den Markt, dass mit dem Unternehmen wirtschaftlich alles in Ordnung ist.

Haftungshinweis: Diese Seite erklärt, was Directors‘ Dealings sind. Sie ist keine Anlageberatung. Eine Insidermeldung ist kein Kauf- oder Verkaufssignal, über den Grund des Geschäfts sagt sie nichts aus. Entscheide über Käufe und Verkäufe nach deiner eigenen Prüfung.

Quellenstand: BaFin, Allgemeinverfügungen vom 24.10.2019 (20.000 € ab 01.01.2020) und vom 04.12.2025 (50.000 € ab 01.01.2026), Datenbank-Hinweis „12 Monate abrufbar“, geprüft am 08.10.2026.

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