Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026
Fachlich geprüft: 27. September 2026 · Lesezeit: etwa 15 Minuten
📌 Das Wichtigste in 30 Sekunden: Gewöhnliche Dividenden britischer Kapitalgesellschaften kommen grundsätzlich ohne britischen Quellensteuerabzug an. Deutsche Steuern können trotzdem anfallen. UK-REIT-Immobilienausschüttungen (PIDs) sind ein Sonderfall: derzeit 20 %, ab 6. April 2027 22 %. Beim Aktienkauf fällt häufig 0,5 % SDRT an; Ausnahmen sind zu prüfen. Für Zinsen gilt keine allgemeine 0-%-Abzugsregel.
Inhaltsverzeichnis
- Die Grundlagen: 0 % Quellensteuer
- Rechenbeispiel: Was bleibt netto?
- Sonderfall: UK-REITs (20 %/22 %)
- Stamp Duty Reserve Tax (0,5 %)
- Brexit und das DBA
- Die Rolle der Depotbanken
- Sonderfall: GBP/EUR-Wechselkurs
- Sonderfall: Sparerpauschbetrag
- Ländervergleich: Einbehalt und Erstattung
- ETFs auf britische Aktien
- Zinsen und Kursgewinne
- Britische Dividendenaktien richtig einordnen
- Checkliste für britische Aktien
- FAQ: Häufige Fragen
1. Die Grundlagen: 0 % Quellensteuer 🇬🇧
Dieser Artikel behandelt in Deutschland ansässige, nutzungsberechtigte Privatanleger mit Aktien im Privatvermögen. Für gewöhnliche Dividenden bestätigt die britische Regierung den fehlenden Quellensteuerabzug. Der deutsche Steuerabzug ist ein eigener Schritt.
| Detail | Einordnung |
|---|---|
| Gewöhnliche UK-Aktiendividende | 0 % britischer Quellensteuerabzug |
| Anrechnung / Rückforderung | Bei korrekten 0 % gibt es keine britische Steuer anzurechnen oder zurückzufordern. |
| Aufwand | Gewöhnlich kein britischer Entlastungsantrag; deutsche Abrechnung trotzdem prüfen. |
| UK-REIT-PIDs | Regelmäßig 20 %; ab 6. April 2027 22 % |
| SDRT beim Aktienkauf | Regelmäßig 0,5 % bei steuerpflichtigen Käufen; Ausnahmen möglich. |
| DBA nach Brexit | Weiterhin in Kraft |
💡 Brutto vor deutscher Steuer: Die 0-%-Regel gilt für gewöhnliche Dividenden britischer Gesellschaften. Ein Handelsplatz in London oder die Zugehörigkeit zum FTSE 100 beweist allein keine britische steuerliche Ansässigkeit. REIT-PIDs, Fonds, Hinterlegungsscheine und Sonderzahlungen sind gesondert zu prüfen.
2. Rechenbeispiel: Was bleibt netto?
1.000 € Bruttodividende, etwa von BP, bereits in Euro umgerechnet. Annahmen: gewöhnliche Aktien, berechtigter DBA-Anspruch, ausgeschöpfter Sparerpauschbetrag, keine verrechenbaren Verluste, keine Kirchensteuer oder Gebühren. In den Vergleichsfällen sind 150 € ausländische Steuer anrechenbar; die Erstattung gelingt vollständig.
| Schritt | UK (0 %) | Schweiz (35 %) | Italien (26 %) |
|---|---|---|---|
| Bruttodividende | 1.000,00 € | 1.000,00 € | 1.000,00 € |
| Ausländischer Einbehalt | 0,00 € | 350,00 € | 260,00 € |
| Deutsche Kapitalertragsteuer nach Anrechnung | 250,00 € | 100,00 € | 100,00 € |
| Solidaritätszuschlag | 13,75 € | 5,50 € | 5,50 € |
| Netto vor Erstattung | 736,25 € | 544,50 € | 634,50 € |
| DBA-Erstattung | 0,00 € | 200,00 € | 110,00 € |
| Netto nach Erstattung | 736,25 € | 744,50 € | 744,50 € |
💡 Das Netto ist nicht identisch: Anrechenbare Quellensteuer vermindert zuerst die deutsche Kapitalertragsteuer und damit auch die Soli-Basis. Bei UK-Dividenden entfällt zwar der britische Erstattungsaufwand; daraus folgt unter diesen Annahmen keine niedrigere Gesamtsteuer.
Rechtsgrundlagen der deutschen Berechnung: § 32d EStG und § 3 SolzG. Die ausländischen Standardfälle und Erstattungsbedingungen erläutern die Ratgeber zur Schweiz und zu Italien.
3. Sonderfall: UK-REITs (20 %/22 %)
Ein wichtiger Sonderfall sind Property Income Distributions (PIDs) von UK-REITs. Diese stammen aus dem steuerbegünstigten Immobiliengeschäft. Daneben können gewöhnliche Dividenden ohne britischen Abzug stehen; die HMRC-Regeln unterscheiden beide Bestandteile.
| Detail | Einordnung |
|---|---|
| Regelabzug auf PIDs 2026/27 | 20 % |
| Regelabzug ab 6. April 2027 | 22 % für das Steuerjahr 2027/28 |
| DBA-Höchstsatz im deutschen Privatfall | 15 % bei erfüllten Voraussetzungen |
| Mögliche Erstattung | 5 Prozentpunkte bei 20 % Abzug; künftig 7 bei 22 % |
| Deutsche Anrechnung | Bis zu 15 Prozentpunkte, begrenzt durch die deutsche Steuer und weitere Voraussetzungen |
| Gewöhnliche REIT-Dividende (non-PID) | Grundsätzlich 0 % britischer Quellensteuerabzug |
Die Satzänderung ist im Finance Act 2026, Sections 6–7 und Schedule 1 Paragraph 33 verankert. Die HMRC-Erläuterung bestätigt ihre Anwendung auf den PID-Abzug. HMRC nennt für Deutschland einen PID-Abkommenssatz von 15 %. Eine DBA-Grenze ist keine Garantie, dass jede Bank sofort diesen Satz abrechnet.
⚠️ Ausschüttungsbestandteile prüfen: PIDs und gewöhnliche Dividenden können in derselben Zahlung vorkommen. Nicht erstattbare britische Steuer ist nur innerhalb der deutschen Anrechnungsgrenzen nutzbar. Bei abweichender Wertpapierklassifikation oder Fondsstrukturen muss die deutsche Behandlung gesondert geklärt werden.
Erstattung: Formular, Nachweise und Frist
Für natürliche Personen ist UK-REIT DT-Individual vorgesehen. Trage die PIDs und den Steuerabzug ein, unterschreibe den Antrag und lasse deine deutsche Ansässigkeit bestätigen. Die aktuellen Formularhinweise (03/26) erlauben ersatzweise eine schriftliche Ansässigkeitsbestätigung, wenn das Finanzamt das Formular nicht abstempelt. Steuerbelege müssen vorhanden sein; HMRC verlangt ihre Einsendung normalerweise erst auf Nachfrage. Der Antrag geht postalisch an HMRC, Trusts, BX9 1EL, United Kingdom. Das Formular beschreibt eine Erstattung bereits abgezogener Steuer, keine allgemeine Vorabbefreiung.
Nach Art. 29 Abs. 2 DBA endet die Antragsfrist vier Jahre nach dem betreffenden Steuerjahr. Das britische Steuerjahr läuft vom 6. April bis 5. April: Ein Einbehalt im September 2026 gehört zu 2026/27; daraus folgt der 5. April 2031 als Fristende. Interne Bankfristen können früher liegen. Eine feste Bearbeitungsdauer oder die praktische Abwicklung der postalischen Erstattung durch deine Bank ist hier nicht verifiziert.
UK-REIT-Beispiele und ihre Abgrenzung
| REIT / Beispiel | Branche | Was prüfen? | Originalquelle |
|---|---|---|---|
| Land Securities | Immobilien | PID- und non-PID-Aufteilung der konkreten Zahlung | Dividendeninformationen |
| British Land | Immobilien | Emittent beschreibt PID-Abzug und gewöhnliche Dividenden. | Dividendeninformationen |
| SEGRO | Logistikimmobilien | Ausschüttungsart und gegebenenfalls Aktiendividende | Dividendeninformationen |
| Assura (historisch) | Gesundheitsimmobilien | Nach Übernahme durch PHP seit Oktober 2025 delistet; kein aktuelles börsennotiertes Renditebeispiel. | Mitteilung des Unternehmens |
4. Stamp Duty Reserve Tax (0,5 %)
Die Stamp Duty Reserve Tax (SDRT) ist eine Transaktionssteuer beim Erwerb bestimmter Wertpapiere. Sie ist von der Quellensteuer auf Dividenden zu unterscheiden. HMRC nennt regelmäßig 0,5 % für elektronische Aktienkäufe; bei Papierübertragungen gelten eigene Stamp-Duty-Regeln.
| Detail | Einordnung |
|---|---|
| SDRT-Regelsatz | 0,5 % der Gegenleistung bei steuerpflichtigem Erwerb |
| Abwicklung | Bei gewöhnlicher elektronischer Abwicklung meist über Broker / CREST; Abrechnung prüfen. |
| AIM / growth market | Befreiung nur bei erfüllten Voraussetzungen: zum Handel an einem anerkannten Wachstumsmarkt zugelassen und nicht an einem Markt gelistet. |
| Weitere Ausnahmen | Etwa neue Aktienausgabe oder bestimmte Fondstransaktionen; konkrete Voraussetzungen prüfen. |
| Irische ETF-Anteile | Anlegerkauf und britische Aktienkäufe innerhalb des ETF sind getrennt zu beurteilen. |
Die amtliche Liste der Erleichterungen und Ausnahmen zeigt, warum „jeder Kauf“ und „AIM immer steuerfrei“ zu pauschal wären.
💡 Rechenbeispiel: Bei einem SDRT-pflichtigen Aktienkauf für umgerechnet 10.000 € entsprechen 0,5 % einer Steuer von 50 €. Brokerkosten kommen gegebenenfalls hinzu. Eine spätere Veräußerung ist für dich kein eigener Erwerb; bei Wiederanlage entsteht dagegen ein neuer Kaufvorgang.
5. Brexit und das DBA 🇪🇺🇬🇧
Der Brexit hat die fehlende britische Quellensteuer auf gewöhnliche Dividenden nicht aufgehoben. Das deutsch-britische DBA in der Fassung mit dem Protokoll 2021 gilt weiter.
| Aspekt | Vor Brexit | Heutige Einordnung |
|---|---|---|
| Gewöhnliche UK-Dividenden | 0 % Quellensteuerabzug | Weiterhin grundsätzlich 0 % |
| DBA Deutschland–UK | In Kraft | Weiterhin in Kraft |
| EU-Mutter-Tochter-Richtlinie | UK war EU-Mitglied | Keine allgemeine Grundlage für private Portfoliodividenden; UK ist kein EU-Mitglied mehr. |
| FASTER | Noch kein entsprechendes EU-Verfahren | Harmonisiert EU-Quellensteuerverfahren, nicht den britischen PID-Antrag. |
| EU-Rechte / Kapitalverkehr | EU-Mitgliedschaft | Das DBA garantiert keine unveränderten Rechte aus einer EU-Mitgliedschaft. |
Die FASTER-Regeln sollen ab 1. Januar 2030 angewendet werden. Der hier beschriebene britische Quellensteuerfall wird dadurch nicht zu einem EU-Erstattungsverfahren. Ob ein britischer Anleger bei Einkünften aus einem EU-Staat ein solches Verfahren nutzen kann, ist eine andere Frage.
6. Die Rolle der Depotbanken
Die 0 % auf gewöhnliche UK-Dividenden folgen aus dem britischen Recht. Sie beweisen weder identische Wechselkurskosten noch einen bestimmten REIT-Erstattungsservice. Die bestehende Broker-Quellensteuer-Matrix zeigt UK mit 0 % und schließt REITs ausdrücklich aus.
| Bank | Geprüfte Originalunterlage | Belegt / eingegrenzt | UK-Sonderfall |
|---|---|---|---|
| comdirect | Quellensteuer-FAQ | Allgemeine Informationen zur Anrechnung; keine hier belastbar bestätigte UK-REIT-Servicezusage. | Konkrete PID-Abrechnung, Nachweise und Gebühren offen. |
| DKB | Depot-Preisverzeichnis | Erstattungsbearbeitung nicht im Leistungsumfang; Ausstellung Tax Voucher 15 €. | Ob dieser Beleg im konkreten UK-Fall benötigt und akzeptiert wird, vorher klären. |
| ING | Quellensteuerhilfe | Beschreibt Selbstantrag mit Ertragsabrechnung und Ansässigkeitsnachweis. | Keine zugesicherte UK-PID-Erstattung oder Bearbeitungsdauer. |
| Trade Republic | Dividendenbesteuerung | Allgemeine Erläuterung zum Steuerabzug. | Konkrete UK-REIT-Abwicklung und Belegkosten nicht verifiziert. |
| Scalable Capital | Steuerliche FAQ | Allgemeine Steuerinformationen, keine vollständige UK-REIT-Leistungsbeschreibung. | Konkrete UK-REIT-Abwicklung und Belegkosten nicht verifiziert. |
| Interactive Brokers | Offizielle Provisionsübersicht | Transaktionskosten sind vom Quellensteuerverfahren zu unterscheiden. | UK-REIT-Service und deutsche Abrechnung nicht aus einem Steuersatz ableiten. |
Stand der Prüfung: 27. September 2026. Die DKB-Gebühr ist ein Belegpreis, keine HMRC-Antragsgebühr. Für die übrigen offenen UK-Leistungen wird kein Preis behauptet. Bei einem Auslandsbroker ohne deutschen Steuerabzug musst du die deutsche Erklärung selbst berücksichtigen. Keine der Tabellenangaben ersetzt die Prüfung deiner Wertpapier- und Dividendenabrechnung.
7. Sonderfall: GBP/EUR-Wechselkurs
Britische Gesellschaften können ihre Dividende in einer anderen Währung festlegen als derjenigen, in der sie bei dir ausgezahlt wird. Handelswährung, Deklarationswährung und Depotwährung sind zu unterscheiden. Bei Rio Tinto plc und AstraZeneca nennen die Emittenten mehrere Auszahlungs- beziehungsweise Umrechnungsvarianten.
Rechenbeispiel mit frei gewählten Kursen: 100 GBP entsprechen bei 1,15 EUR/GBP einem Betrag von 115 €; bei 1,20 EUR/GBP wären es 120 €, jeweils vor Steuern und Kosten. Das ist keine aktuelle Wechselkursangabe. Prüfe Umrechnungskurs, Zeitpunkt und Entgelt der Depotbank. Eine USD-Deklaration begründet nicht automatisch ein „doppeltes“ Währungsrisiko.
8. Sonderfall: Sparerpauschbetrag
Ohne britischen Dividendenabzug steht die volle Bruttodividende für die deutsche Besteuerung zur Verfügung. Der Sparerpauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG beträgt 1.000 € pro Person beziehungsweise gemeinsam 2.000 € bei Zusammenveranlagung. Ein noch nutzbarer Freistellungsauftrag oder verrechenbare Verluste können den deutschen Abzug verringern. „0 % in UK“ bedeutet deshalb weder pauschal 26,375 % Gesamtsteuer noch Steuerfreiheit in Deutschland.
9. Ländervergleich: Einbehalt und mögliche Erstattung
Orientierung für gewöhnliche Aktiendividenden im deutschen Privatvermögen. Die Erstattungsbeträge beziehen sich auf 1.000 € brutto bei erfülltem Anspruch; Gebühren und Besonderheiten sind nicht eingerechnet. Die verlinkten Länderprüfungen erläutern die Originalquellen und Verfahren.
| Land | Möglicher Einbehalt | Anrechnung DE | Erstattungsdifferenz | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Großbritannien | 0 % | 0 € | Regelmäßig 0 € | Gewöhnliche Dividenden; PIDs gesondert. |
| USA | 30 %; bei Entlastung meist 15 % | bis 150 € | Bei 15 % regelmäßig 0 € | Geeignete Dokumentation; nicht stets ein separates W-8BEN. |
| Niederlande | 15 % | bis 150 € | Regelmäßig 0 € | Sonderansprüche separat prüfen. |
| Japan | 15,315 % national im gewöhnlichen börsennotierten Fall; DBA 15 % | bis 150 € | Bei 15,315 %: 3,15 € | DBA-Entlastung nicht automatisch unterstellen. |
| Frankreich | 12,8 % national; Bankabzug teils 25 % | bis 128 € | Bei 25 %: 122 € | Nationale Entlastung für natürliche Personen beachten. |
| Italien | 26 % | bis 150 € | 110 € nach DBA | Antrag und Nachweise erforderlich. |
| Schweiz | 35 % | bis 150 € | 200 € nach DBA | Antrag und Nachweise erforderlich. |
Die nutzbare Anrechnung hängt von der deutschen Steuer und möglichen ausländischen Erstattungsansprüchen ab. Feste Wartezeiten lassen sich aus dieser Übersicht nicht ableiten.
10. ETFs auf britische Aktien
- Ein FTSE-100-ETF ist eine Fondsanlage; prüfe Anteilklasse, Domizil und Prospekt.
- Der iShares Core FTSE 100 UCITS ETF und beispielsweise die thesaurierende Anteilklasse des Vanguard FTSE 100 UCITS ETF sind in Irland domiziliert.
- Die fehlende britische Quellensteuer auf gewöhnliche UK-Dividenden beruht bereits auf nationalem Recht. Dafür muss nicht erst ein irisch-britischer DBA-Satz genutzt werden.
- Für PIDs oder andere besondere Erträge im Fonds können eigene Abzugs- und Entlastungsregeln gelten.
- Bei einem qualifizierenden Aktienfonds im Privatvermögen sind nach § 20 InvStG 30 % der Erträge teilfreigestellt. Das ist keine individuelle Erstattung der tatsächlich im Fonds angefallenen Steuer.
💡 Zwei Ebenen auseinanderhalten: Ein Erwerb irischer ETF-Anteile durch dich ist etwas anderes als der Kauf britischer Aktien durch den Fonds. Auch wenn beim Anteilkauf keine SDRT anfällt, können auf Fondsebene Transaktionssteuern und andere Kosten entstehen. Fondsinterne Quellensteuer ist ebenfalls keine unmittelbar von dir gezahlte Quellensteuer.
11. Zinsen und Kursgewinne
| Einkunftsart | Britische Behandlung | Abgrenzung |
|---|---|---|
| Gewöhnliche Aktiendividenden | Grundsätzlich kein Quellensteuerabzug | PIDs sind gesondert zu behandeln. |
| Zinsen | Bei bestimmten „yearly interest“-Zahlungen grundsätzlich 20 % Abzug; Ausnahmen möglich. | DBA Art. 11 ermöglicht im gewöhnlichen deutschen Berechtigtenfall 0 %; erforderliche Entlastung ist nicht automatisch erledigt. |
| Private Aktienveräußerungsgewinne | Im gewöhnlichen DBA-Fall Besteuerung im Ansässigkeitsstaat | Keine pauschale Steuerfreiheit sämtlicher britischer Vermögensverkäufe. |
Für Zinsen beschreibt HMRC SAIM9070 die Abzugspflicht und Ausnahmen. Der Finance Act 2026 sieht ab 6. April 2027 auch Änderungen des Zinsabzugssatzes auf 22 % vor. Ein möglicher DBA-Anspruch und das Verfahren bleiben davon getrennt.
Für Veräußerungsgewinne sind Art. 13 DBA und seine Ausnahmen maßgeblich, etwa bei Immobilienbezug oder Betriebsstätten. Auch Regeln für frühere Ansässigkeit können relevant sein. Der gewöhnliche private Aktienfall lässt sich deshalb nicht mit „0 % auf alles“ zusammenfassen.
12. Britische Dividendenaktien: Beispiele richtig einordnen
Die bisherigen zehn Unternehmensbeispiele bleiben zur Orientierung erhalten. Die Tabelle ist keine Renditerangliste und keine Kaufempfehlung. Der 0-%-Hinweis bezieht sich jeweils auf gewöhnliche UK-Dividenden der genannten Gesellschaft, nicht auf jede Sonderzahlung oder jede Form der Verwahrung.
| Unternehmen | Branche | UK-Abzug | Abgrenzung | Originalquelle |
|---|---|---|---|---|
| Legal & General | Versicherung / Vermögensverwaltung | 0 % gewöhnliche Dividenden | Dividendenplan ist keine Zusage künftiger Rendite. | Dividendeninformationen |
| British American Tobacco p.l.c. | Tabak | 0 % gewöhnliche UK-Dividenden | Andere Register und dortige Abzüge gesondert prüfen. | Dividendeninformationen |
| BP p.l.c. | Energie | 0 % gewöhnliche Dividenden | Aktienrückkäufe sind keine garantierte Gesamtrendite. | Bardividenden |
| Rio Tinto plc | Rohstoffe | 0 % gewöhnliche UK-Dividenden | Nicht mit Rio Tinto Limited (Australien) gleichsetzen. | Gesellschaften und Auszahlung |
| National Grid plc | Versorger | 0 % gewöhnliche Dividenden | Ordinary Shares und ADR-Abwicklung unterscheiden. | Dividendeninformationen |
| Shell plc | Energie | 0 % gewöhnliche Dividenden | Vereinfachte Aktienstruktur seit 29. Januar 2022. | Aktienstruktur |
| GSK plc | Pharma | 0 % gewöhnliche Dividenden | Ausschüttungsbeträge und Kapitalmaßnahmen getrennt prüfen. | Dividendenkalender |
| Unilever PLC | Konsumgüter | 0 % gewöhnliche UK-Dividenden | Vereinheitlichung unter PLC am 29. November 2020. | Geschäftsergebnisse 2020 |
| AstraZeneca PLC | Pharma | 0 % gewöhnliche Dividenden | Auszahlungswährung hängt von der konkreten Abwicklung ab. | Dividendenpolitik |
| HSBC Holdings plc | Banken | 0 % gewöhnliche Dividenden | Mehrere Auszahlungswährungen; keine feste Rendite. | Dividendenübersicht |
💡 Shell und Unilever: Die Strukturänderungen fanden zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt. Shell bestätigt seit der Vereinfachung 2022 den Wegfall niederländischer Dividendensteuer auf die vereinheitlichten Aktien; alte B-Aktien waren bereits anders behandelt. Die Unilever-Unterlagen erläutern den Wechsel der früheren N.V.-Aktionäre zur PLC. Wegfallende Quellensteuer bedeutet wegen der deutschen Anrechnung nicht automatisch eine gleich hohe Ersparnis an Gesamtsteuer.
13. Checkliste für britische Aktien
Gewöhnliche Aktien
- Emittent bestimmen: Gesellschaft und Wertpapierart prüfen, nicht allein Börsenplatz oder Konzernname.
- Ausschüttung zuordnen: Gewöhnliche Dividende oder Sonderfall?
- Kaufabrechnung prüfen: SDRT-Pflicht, mögliche Ausnahme und Brokerkosten.
- Dividendenabrechnung prüfen: Brutto, Währung, deutsche Steuer und Freistellung.
UK-REITs
- PID und non-PID trennen: Abzug derzeit regelmäßig 20 % auf PIDs.
- Anspruch prüfen: Im deutschen Privatfall DBA-Grenze 15 %, Anrechnung gesondert.
- Belege sichern: Ausschüttung und britischen Einbehalt nachweisen können.
- Erstattung beantragen: UK-REIT DT-Individual, Ansässigkeitsbestätigung und Frist aus Abschnitt 3 beachten.
14. FAQ: Häufige Fragen zur britischen Quellensteuer
Erhebt UK wirklich 0 % Quellensteuer?
Auf gewöhnliche Dividenden britischer Kapitalgesellschaften fällt grundsätzlich kein britischer Quellensteuerabzug an. Deutsche Steuern und Kosten können den bei dir ankommenden Betrag trotzdem mindern.
Was ist mit UK-REITs?
PIDs unterliegen regelmäßig 20 % britischem Abzug, ab 6. April 2027 22 %. Für berechtigte deutsche Privatanleger liegt die DBA-Grenze bei 15 %: 5 beziehungsweise 7 Prozentpunkte können erstattbar sein. Die deutsche Anrechnung hat eigene Grenzen.
Was ist die Stamp Duty Reserve Tax?
SDRT beträgt regelmäßig 0,5 % bei steuerpflichtigen elektronischen Aktienkäufen. Es gibt Ausnahmen. Die Befreiung für Aktien an anerkannten Wachstumsmärkten wie AIM setzt weitere Bedingungen voraus.
Hat der Brexit die QSt-Regelung geändert?
Die fehlende britische Quellensteuer auf gewöhnliche Dividenden besteht fort, ebenso das deutsch-britische DBA. Das ist keine Aussage, dass sämtliche Steuer- und EU-Regeln unverändert geblieben wären.
Zahlt Shell noch niederländische QSt?
Auf gewöhnliche Dividenden der vereinheitlichten Shell-Aktien fällt nach der Umstellung 2022 keine niederländische Dividendensteuer an. Bei den früheren A- und B-Aktien galten unterschiedliche Regeln.
In welcher Währung zahlen britische Aktien?
Das hängt von Unternehmen, Aktienregister und gewähltem Auszahlungsweg ab. Eine USD-Deklaration bedeutet nicht zwingend eine USD-Gutschrift. Prüfe auch die Umrechnung deiner Depotbank.
Wie sieht es mit ETFs aus?
Fondsdomizil, Portfolio und Anlegerbesteuerung sind getrennt zu prüfen. Gewöhnliche UK-Dividenden sind grundsätzlich ohne britischen Abzug; PIDs können abweichen. 30 % deutsche Teilfreistellung gelten bei qualifizierenden Aktienfonds im Privatvermögen.
Wie hoch ist die FTSE 100 Dividendenrendite?
Die Rendite verändert sich mit Kursen, Dividenden und der Berechnungsmethode. Eine feste Zahl ohne aktuellen Index- und Kursstichtag wäre irreführend; sie wird hier nicht als aktueller Wert ausgegeben.
Gibt es Dividendenaristokraten im FTSE 100?
Ob eine Gesellschaft eine bestimmte Serie jährlicher Erhöhungen erfüllt, muss anhand ihrer Dividendenhistorie und möglicher Kapitalmaßnahmen geprüft werden. Ein künftiger Wachstumsplan belegt keine vergangene Erhöhungsserie.
Gilt die FASTER-Richtlinie für UK?
FASTER harmonisiert Quellensteuerverfahren in der EU mit Anwendung ab 2030. Der britische PID-Erstattungsantrag gehört nicht dazu. Fälle britischer Anleger mit Einkünften aus EU-Staaten sind davon zu unterscheiden.
Fazit: Einfacher Regelfall, wichtige Ausnahmen
Gewöhnliche britische Dividenden sind für deutsche Privatanleger meist ohne britischen Erstattungsantrag zugänglich. Von 1.000 € brutto bleiben im Standardbeispiel ohne Kirchensteuer 736,25 € netto. Für PIDs, bestimmte Zinsen und besondere Wertpapierstrukturen gelten zusätzliche Regeln.
Prüfe daher Gesellschaft, Ausschüttungsart, Kaufsteuer, Währungsumrechnung und Bankabrechnung getrennt. Der fehlende gewöhnliche Quellensteuerabzug ist ein praktischer Unterschied, aber kein Urteil über die Qualität oder Eignung einer Anlage.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Steuerberatung dar.
Steuergesetze und Doppelbesteuerungsabkommen können sich ändern.
Für individuelle steuerliche Fragen wende dich bitte an deinen Steuerberater oder dein Finanzamt.
Quellen: HMRC | Bundeszentralamt für Steuern | DBA Deutschland-Großbritannien | London Stock Exchange
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Was ist mit UK-REITs?
PIDs unterliegen regelmäßig 20 % britischem Abzug, ab 6. April 2027 22 %. Für berechtigte deutsche Privatanleger liegt die DBA-Grenze bei 15 %: 5 beziehungsweise 7 Prozentpunkte können erstattbar sein. Die deutsche Anrechnung hat eigene Grenzen.
Was ist die Stamp Duty Reserve Tax?
SDRT beträgt regelmäßig 0,5 % bei steuerpflichtigen elektronischen Aktienkäufen. Es gibt Ausnahmen. Die Befreiung für Aktien an anerkannten Wachstumsmärkten wie AIM setzt weitere Bedingungen voraus.
Hat der Brexit die QSt-Regelung geändert?
Die fehlende britische Quellensteuer auf gewöhnliche Dividenden besteht fort, ebenso das deutsch-britische DBA. Das ist keine Aussage, dass sämtliche Steuer- und EU-Regeln unverändert geblieben wären.
Zahlt Shell noch niederländische QSt?
Auf gewöhnliche Dividenden der vereinheitlichten Shell-Aktien fällt nach der Umstellung 2022 keine niederländische Dividendensteuer an. Bei den früheren A- und B-Aktien galten unterschiedliche Regeln.
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