Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026
🇹🇳 Quellensteuer Tunesien: 10 % im nationalen Regelfall, DBA 15 % für Portfolio-Dividenden und begrenzte deutsche Anrechnung.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Nationale Quellensteuer | 10 % im Dividendens-Regelfall |
| DBA-Satz mit Deutschland | max. 15 % im Portfoliofall; 5 % nur qualifizierte Gesellschaft |
| Auszahlung bei 100 € brutto | 90 € vor deutscher Steuer |
| In Deutschland anrechenbar | grundsätzlich nur bis zum deutschen Steuerhöchstbetrag |
Besonderheiten
Tunesien erhebt auf gewöhnliche Dividenden im nationalen Regelfall 10 % Quellensteuer. Das tunesische Finanzministerium weist zudem auf eine Befreiung für Dividenden bis zu einem jährlichen Betrag von 10.000 TND hin und stellt klar, dass die Quellensteuer bei nicht ansässigen und nicht niedergelassenen Personen abgeltend wirkt. Die konkrete Abrechnung muss deshalb am Emittenten- und Zahlungsfall geprüft werden.
Das neue Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland–Tunesien gilt seit dem 16. Dezember 2019. Art. 10 begrenzt die Quellensteuer im allgemeinen Dividendenfall auf 15 %. 5 % gelten nur für eine unmittelbar mindestens 10-prozentige Beteiligung einer Gesellschaft. Der 5-%-Satz ist keine Privatanlegerquote.
Bei 100 € Bruttodividende werden im nationalen 10-%-Fall 10 € einbehalten und 90 € ausgezahlt. Da der nationale Satz unter der DBA-Obergrenze von 15 % liegt, folgt daraus keine automatische Erstattung. Ein höherer Abzug wäre gesondert mit Beleg, Anspruchsgrundlage und Verfahrensweg zu prüfen.
Einordnung fĂĽr deutsche Anleger
Das DBA sieht für Deutschland grundsätzlich eine Anrechnung der zulässigen tunesischen Steuer vor. § 34c EStG begrenzt die Anrechnung auf die deutsche Steuer, die auf die betreffenden ausländischen Einkünfte entfällt. Eine pauschale Vollanrechnung oder die Aussage „kein Erstattungsantrag nötig“ lässt sich daraus nicht ableiten.
Quellen: Tunesisches Finanzministerium – Steuersystem; BMF – DBA Deutschland/Tunesien; § 34c EStG.
Fazit
Quellensteuer Tunesien: 10 % im nationalen Dividendens-Regelfall. Das DBA Deutschland–Tunesien begrenzt den Quellenstaat im Portfoliofall auf 15 %; 5 % betreffen nur eine qualifizierte Gesellschaftsbeteiligung. Die deutsche Anrechnung ist grundsätzlich möglich, aber begrenzt. Alle Länder: Übersicht.
Wie hoch ist die Quellensteuer in Tunesien?
Im nationalen Dividendens-Regelfall werden 10 % einbehalten. Das tunesische Finanzministerium nennt auĂźerdem eine Befreiung bis zu 10.000 TND Jahresdividenden; der Einzelfall ist am Beleg zu prĂĽfen.
Welcher DBA-Satz gilt fĂĽr deutsche Privatanleger?
Art. 10 des seit 16. Dezember 2019 geltenden DBA Deutschland–Tunesien begrenzt den allgemeinen Dividendenfall auf 15 %. 5 % betreffen nur eine qualifizierte Gesellschaftsbeteiligung.
Ist die tunesische Quellensteuer in Deutschland voll anrechenbar?
Das DBA sieht grundsätzlich eine Anrechnung vor. § 34c EStG begrenzt sie auf die deutsche Steuer auf die betreffenden ausländischen Einkünfte; eine pauschale Vollanrechnung wird nicht zugesagt.
📖 Weiterführende: QSt-Übersicht alle Länder | Länder ohne QSt
⚠️ Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.
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