Dividenden werden in einer GmbH mit nur ~1,54 % besteuert – statt 26,375 % als Privatperson. Klingt verlockend? Wir erklären, wann sich die „Spardosen-GmbH“ lohnt.
Besteuerung: GmbH vs. Privatperson
| Steuerart | Privatperson | GmbH |
|---|---|---|
| Dividenden (Aktien) | 26,375 % (Abgeltungssteuer) | ~1,54 % (95 % freigestellt!) |
| Kursgewinne (Aktien) | 26,375 % | ~1,54 % |
| Zinsen / Anleihen | 26,375 % | ~30 % (KSt + GewSt) |
| ETF-Erträge | 26,375 % (mit Teilfreistellung) | ~30 % |
Der Clou: Beteiligungserträge (Dividenden + Kursgewinne aus Aktien mit >10 % Streubesitz) sind zu 95 % steuerfrei in der GmbH (§ 8b KStG). Nur 5 % werden pauschal als nicht abzugsfähige Betriebsausgabe besteuert.
Wann lohnt sich eine vermögensverwaltende GmbH?
| Kriterium | Lohnt sich | Lohnt sich NICHT |
|---|---|---|
| Depotgröße | Ab ~200.000 € | Unter 100.000 € |
| Anlagestrategie | Einzelaktien (Dividenden + Kursgewinne) | ETFs (hier ist GmbH nachteilig!) |
| Entnahme gewünscht? | Nein – Kapital soll in GmbH wachsen | Ja – Ausschüttung an dich = erneut versteuert |
| Steuerberater? | Muss sein (~2.000-3.000 €/Jahr) | Wenn du kosten sparen willst |
Das Entnahme-Problem
Die 1,54 % gelten nur innerhalb der GmbH. Wenn du das Geld privat ausgeben willst, musst du es als Gehalt (Einkommensteuer) oder Gewinnausschüttung (26,375 %) aus der GmbH holen. Die Steuerersparnis greift nur, solange das Geld in der GmbH bleibt und reinvestiert wird.
Fazit
Die Spardosen-GmbH ist ein Langfrist-Vehikel für Vermögensaufbau, kein Steuerspartrick für kleinere Depots. Erst ab ~200.000 € Depotvolumen und mit dem Ziel, Kapital über Jahrzehnte steuergünstig wachsen zu lassen, wird sie sinnvoll.
⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. Konsultiere einen Steuerberater, bevor du eine GmbH gründest.
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