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Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) erklärt: So vermeidest du Doppelbesteuerung

Zuletzt aktualisiert: Februar 2026 | Lesezeit: ~8 Minuten

📌 In 30 Sekunden: Ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) ist ein Vertrag zwischen zwei Staaten, der verhindert, dass du Einkünfte zweimal versteuerst. Für deutsche Dividendenanleger bedeutet das: Die ausländische Quellensteuer wird reduziert (meistens auf 15 %) und in Deutschland angerechnet. Deutschland hat DBA mit über 90 Ländern – aber nicht mit allen (z. B. nicht mit Brasilien!).


1. Was ist ein DBA? 🤝

Ein Doppelbesteuerungsabkommen (englisch: Double Tax Treaty, DTT) ist ein bilateraler Staatsvertrag. Er regelt, welcher Staat welche Einkünfte besteuern darf und wie Doppelbesteuerung vermieden wird.

Methode Wie es funktioniert Anwendung
Anrechnungsmethode Ausländische Steuer wird auf dt. Steuer angerechnet Standard bei Dividenden (meiste DBA)
Freistellungsmethode Einkünfte in DE steuerfrei (Progressionsvorbehalt) Arbeitseinkommen, Immobilien
Begrenzung an der Quelle Quellenland begrenzt QSt auf DBA-Satz Ergänzend zur Anrechnung

2. DBA-Sätze im Überblick: Was gilt für Dividenden? 📊

Land Nationale QSt DBA-Satz DBA seit
🇬🇧 Großbritannien 0 % 0 % 2010
🇺🇸 USA 30 % 15 % 1990
🇫🇷 Frankreich 30 % 12,8 % 2016
🇳🇱 Niederlande 15 % 15 % 2016
🇯🇵 Japan 20,42 % 15,315 % 2017
🇨🇭 Schweiz 35 % 15 % 1972
🇦🇹 Österreich 27,5 % 15 % 2002
🇰🇷 Südkorea 22 % 15 % 2002
🇦🇺 Australien 30 % 15 % 2017
🇧🇷 Brasilien 10 % ❌ Kein DBA! Gekündigt 2005

3. Was passiert OHNE DBA? 🚫

  • Das Quellenland erhebt den vollen nationalen QSt-Satz
  • Deutschland rechnet trotzdem unilateral an (§ 34c EStG) – max. 15 %
  • Alles über 15 % ist verloren – keine Rückforderung möglich!
  • Betroffen: Brasilien (10 % → kein Problem), einige Entwicklungsländer

4. Wie entsteht ein DBA? 📝

  1. 🤝 Beide Staaten verhandeln (oft basierend auf OECD-Musterabkommen)
  2. 📝 Vertragsentwurf wird erstellt
  3. 🏛️ Parlamente beider Länder ratifizieren
  4. ✅ DBA tritt in Kraft (oft zum 1.1. des Folgejahres)
  5. 🔄 Regelmäßige Überprüfung und ggf. Neuverhandlung

5. FAQ ❓

Muss ich das DBA selbst beantragen?

Meistens nicht! Dein Broker wendet den DBA-Satz automatisch an. Ausnahmen: USA (W-8BEN), einige Länder mit Vorabbefreiung (Frankreich).

Gilt das DBA nur für Dividenden?

Nein! DBA regeln auch Zinsen, Lizenzgebühren, Unternehmensgewinne, Arbeitseinkommen und Immobilienerträge. Die Sätze können je nach Einkunftsart unterschiedlich sein.

Welches DBA gilt bei Dual-Listed-Aktien (z. B. Rio Tinto)?

Es gilt das DBA des Landes, in dem die Aktie steuerlich ansässig ist. Bei Rio Tinto: UK-Listing → UK-DBA (0 % QSt). AU-Listing → AU-DBA (15 %).


Fazit 🎯

  • ✅ DBA verhindern Doppelbesteuerung
  • ✅ Deutschland hat DBA mit über 90 Ländern
  • ✅ Standard-DBA-Satz für Dividenden: 15 %
  • ⚠️ Kein DBA mit Brasilien (seit 2005 gekündigt)
  • 💡 Broker wenden DBA meist automatisch an

Haftungshinweis: Keine Steuerberatung. Stand: Februar 2026.

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Muss ich das DBA selbst beantragen?

Meistens nicht! Dein Broker wendet den DBA-Satz automatisch an. Ausnahmen: USA (W-8BEN), einige Länder mit Vorabbefreiung (Frankreich).

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Nein! DBA regeln auch Zinsen, Lizenzgebühren, Unternehmensgewinne, Arbeitseinkommen und Immobilienerträge. Die Sätze können je nach Einkunftsart unterschiedlich sein.

Welches DBA gilt bei Dual-Listed-Aktien (z. B. Rio Tinto)?

Es gilt das DBA des Landes, in dem die Aktie steuerlich ansässig ist. Bei Rio Tinto: UK-Listing → UK-DBA (0 % QSt). AU-Listing → AU-DBA (15 %).

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