Zuletzt aktualisiert: Februar 2026 | Lesezeit: ~9 Minuten
📌 Auf einen Blick: Auf Dividenden zahlst du in Deutschland 26,375 % Abgeltungssteuer (25 % + Soli). Dein Broker führt die Steuer automatisch ab. Mit dem Freistellungsauftrag (1.000 € Singles / 2.000 € Paare) bleiben die ersten Kapitalerträge steuerfrei. Bei ausländischen Dividenden kommt zusätzlich Quellensteuer hinzu.
So werden Dividenden in Deutschland besteuert
Seit 2009 gilt in Deutschland die Abgeltungssteuer auf alle Kapitalerträge – dazu zählen Dividenden, Zinsen und Kursgewinne. Die Steuer wird automatisch von deinem Broker oder deiner Bank an das Finanzamt abgeführt. Du musst dich um nichts kümmern.
Die Steuerformel auf einen Blick
| Steuerkomponente | Satz | Auf 100 € Dividende |
|---|---|---|
| Abgeltungssteuer | 25,000 % | 25,00 € |
| Solidaritätszuschlag (5,5 % auf AbgSt) | 1,375 % | 1,38 € |
| Kirchensteuer (optional, 8-9 %) | 2,000-2,250 % | 2,00-2,25 € |
| Gesamt ohne Kirchensteuer | 26,375 % | 26,38 € |
| Gesamt mit Kirchensteuer | ~28,6 % | ~28,60 € |
Der Freistellungsauftrag: 1.000 € steuerfrei
Jeder Steuerpflichtige hat einen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr (2.000 € bei Ehepaaren). Kapitalerträge bis zu diesem Betrag sind komplett steuerfrei.
| Status | Freibetrag | Dividende steuerfrei bei 3 % Rendite | Benötigtes Depot |
|---|---|---|---|
| Single | 1.000 € | 1.000 € / Jahr | ~33.300 € |
| Ehepaar | 2.000 € | 2.000 € / Jahr | ~66.600 € |
Wichtig: Den Freistellungsauftrag musst du aktiv bei deinem Broker einrichten. Ohne ihn wird von der ersten Dividende Steuer abgezogen. Du kannst den Freibetrag auf mehrere Depots aufteilen.
Dividenden aus dem Ausland: Quellensteuer + Abgeltungssteuer
Bei ausländischen Dividenden wird es komplexer. Zunächst behält das Quellland seine Quellensteuer ein. Dann berechnet Deutschland die Abgeltungssteuer, rechnet aber die bereits gezahlte Quellensteuer (bis 15 %) an:
| Herkunft | Brutto 1.000 € | Quellensteuer | AbgSt (DE) nach Anrechnung | Netto |
|---|---|---|---|---|
| 🇩🇪 Deutschland | 1.000 € | 0 € | 263,75 € | 736,25 € |
| 🇬🇧 Großbritannien | 1.000 € | 0 € | 263,75 € | 736,25 € |
| 🇺🇸 USA (W-8BEN) | 1.000 € | 150 € | 113,75 € | 736,25 € |
| 🇨🇭 Schweiz (ohne Rückf.) | 1.000 € | 350 € | 113,75 € | 536,25 € |
| 🇨🇭 Schweiz (mit Rückf.) | 1.000 € | 150 € (200 € zurück) | 113,75 € | 736,25 € |
➡️ Kompletter Quellensteuer-Überblick: Quellensteuer-Ratgeber für alle 21 Länder
Dividendensteuer in der Steuererklärung
Grundsätzlich ist die Abgeltungssteuer eine Abgeltung – du musst also keine Steuererklärung für Dividenden abgeben. Es gibt aber Fälle, in denen es sich lohnt:
| Situation | Steuererklärung sinnvoll? | Warum? |
|---|---|---|
| Einkommen unter ~11.600 € | ✅ Ja (Günstigerprüfung) | Persönlicher Steuersatz < 26,375 % |
| Quellensteuer-Rückforderung | ✅ Ja | Anrechnung ausländischer QSt |
| Verlustverrechnung | ✅ Ja | Verluste bei Bank A mit Gewinnen bei Bank B verrechnen |
| Freistellungsauftrag vergessen | ✅ Ja | Zu viel gezahlte Steuer zurückholen |
| Normaler Angestellter mit Dividenden | ⚠️ Optional | Steuer wurde bereits korrekt abgeführt |
➡️ Anleitung: Quellensteuer in der Steuererklärung (Anlage KAP)
Sonderfälle: ETFs, REITs und Fonds
| Anlageform | Steuerliche Besonderheit |
|---|---|
| Aktien-ETFs | 30 % Teilfreistellung – nur 70 % der Ausschüttung steuerpflichtig |
| Mischfonds | 15 % Teilfreistellung |
| Immobilien-ETFs | 60 % Teilfreistellung |
| Thesaurierende ETFs | Vorabpauschale (gering) statt sofortiger Besteuerung |
| REITs | Keine Teilfreistellung, volle Besteuerung + ggf. QSt |
➡️ Details: Quellensteuer auf ETFs
Tipps zur Steueroptimierung
- Freistellungsauftrag voll ausschöpfen – 1.000 € steuerfrei nutzen
- Ehepartner einbeziehen – Gemeinsamer Freibetrag von 2.000 €
- Verluste verrechnen – Aktienverlusten mit Aktiengewinnen, Dividenden mit sonstigen Verlusten
- Quellensteuer-freundliche Länder bevorzugen – UK (0 %), USA (15 % anrechenbar)
- Günstigerprüfung nutzen – Als Geringverdiener, Student oder Rentner mit niedrigem Einkommen
FAQ: Häufige Fragen zur Dividendensteuer
Muss ich Dividenden in der Steuererklärung angeben?
Nein – die Abgeltungssteuer ist eine abgeltende Steuer. Dein Broker führt alles automatisch ab. Nur in den oben genannten Sonderfällen lohnt sich eine Steuererklärung.
Werden Dividenden auf mein Gehalt aufgeschlagen?
Nein. Dividenden werden separat mit dem Abgeltungssteuersatz besteuert, nicht mit dem progressiven Einkommensteuersatz.
Kann ich die Kirchensteuer auf Dividenden vermeiden?
Nur durch Kirchenaustritt. Ansonsten wird sie automatisch einbehalten (sog. KiStAM-Verfahren).
📚 Weiterführende Artikel
- Quellensteuer auf Dividenden: Der ultimative Ratgeber
- Steuererklärung: Anlage KAP Anleitung
- Quellensteuer auf ETFs
- Was ist eine Dividende?
- Dividendenrendite berechnen
Wie hoch ist die Steuer auf Dividenden in Deutschland?
Die Abgeltungssteuer beträgt 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag (= 26,375 %). Mit Kirchensteuer kann der Gesamtsatz auf bis zu 27,995 % steigen. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € (2.000 € für Ehepaare) kann genutzt werden, um einen Teil steuerfrei zu halten.
Was ist der Sparerpauschbetrag 2026?
Der Sparerpauschbetrag beträgt 2026 weiterhin 1.000 € für Einzelpersonen und 2.000 € für zusammen veranlagte Ehepaare. Bis zu diesem Betrag sind Kapitalerträge wie Dividenden, Zinsen und Kursgewinne steuerfrei. Dafür muss ein Freistellungsauftrag bei der Bank eingerichtet werden.
Muss man Dividenden in der Steuererklärung angeben?
Wenn Ihre Bank die Abgeltungssteuer bereits korrekt einbehalten hat und Sie den Freistellungsauftrag nutzen, müssen Sie Dividenden nicht zwingend angeben. Es kann sich aber lohnen, die Anlage KAP auszufüllen – etwa bei ausländischer Quellensteuer, Verlustverrechnung oder wenn Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 % liegt.
Werden ausländische Dividenden doppelt besteuert?
Durch Doppelbesteuerungsabkommen wird eine Doppelbesteuerung vermieden. Bis zu 15 % ausländische Quellensteuer werden auf die deutsche Abgeltungssteuer angerechnet. Die darüber hinausgehende Quellensteuer kann im Ausland zurückgefordert werden.

